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Du bist ein Esel !
Wissen Sie denn, wie Esel wirklich sind? Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich kennen Sie nur all die merkwürdigen Aussagen, welche so durch die Gegend geistern: Stur, dumm, faul, störrisch usw. Alles falsch und beruhend auf Unwissenheit. Und so wird er halt mangels besseren Wissens mit dem Pferd verglichen, obwohl er ganz anders ist und man ihm damit in keiner Weise gerecht werden kann. Leider wird fast keine Forschung zum Thema Esel betrieben. Auch die Literatur ist dürftig und auch die meisten Tierärzte sind mit den Besonderheiten (und davon gib es einige, physisch wie psychisch) der Esel nicht vertraut. Der Esel ist eine intelligente, freundliche und liebenswerte Persönlichkeit. Er sucht den Kontakt zum Menschen. Er ist neugierig und handelt überlegt. Man kann ihn nicht dressieren, aber überzeugen. Unter seinesgleichen kommuniziert er mit Körpersprache und Mimik, wenn er iaht, dann will er IHNEN etwas sagen - und wenn es nur ist, dass er mit möchte, wenn Sie mit Ihrem Pferd ausreiten. Lesen Sie die nachfolgenden Informationen, falls Sie darüber nachdenken, ob ein Esel für Sie das richtige Tier ist.
BITTE BITTE BITTE : Informieren Sie sich sehr gründlich, bevor Sie sich zum Kauf von Eseln entscheiden!
Esel sind gesellige Tiere, die nicht allein gelassen werden dürfen. Sie müssen in einer Gruppe leben, optimal mit mindestens einem zweiten Esel, es geht zur Not auch ein Pony oder eventuell ein Pferd. Die Esel müssen ständigen Zugang zu einem Stall ohne Durchzug oder mindestens zu einem Unterstand mit einem harten Boden haben. Es ist notwendig, dass sie über einen Auslauf mit trockenem, festem Boden unter freiem Himmel verfügen, wenn sie nicht auf der Weide sind. Die meisten Esel in unseren Breitengraden sind massiv überernährt. Die Tiere kommen ursprünglich aus Steppen und Halbwüsten. Die Albumin reichen und fetten Gräser unserer Wiesen machen sie krank. Je nach Saison und Grösse des Tieres muss man daher seinen Weidegang auf wenige Stunden pro Tag begrenzen. Grundlage der Eselnahrung ist Heu aus spätem erstem Schnitt, fast holzig und von guter Qualität. Emd eignet sich nicht.
Wenn Esel mit Kühen oder
Schafen weiden, muss den Parasiten ganz besondere Aufmerksamkeit
geschenkt werden. Gerade Schafe können Leberegel übertragen, an welchen
Esel sterben, wenn sie nicht rechtzeitig durch den Tierarzt behandelt
werden. Die Esel lieben Trockenbrot! Da dieses aber aus Eselsicht üppig ist, kann es ihnen schädlich werden. Man sollte ihnen deshalb nur ganz kleine Mengen geben, zum Beispiel als Leckerli. Selbstverständlich brauchen Esel jeden Tag sauberes und frisches Wasser (nicht Regenwasser!). Ausserdem sollte man darauf achten, dass sie immer Zugang zu einem Salzleckstein haben. Die Füsse der Esel verlangen besondere Pflege. Man muss sie alle zwei bis drei Monate durch einen Schmied bearbeiten lassen. Achten Sie darauf, dass der Schmied Eselerfahrung hat und diese Tiere auch wirklich mag, denn Eselhufe sind ganz anders als Pferdehufe. Und ein Esel hat auch nicht jedes Mal die gleiche Lust auf eine Maniküre... Wenn der Esel genug Bewegung hat, auch über harte Böden verfügt und wenn er richtig ernährt wird, werden seine Schuhe gesund und fest bleiben, und es wird nicht notwendig sein, sie zu beschlagen. Auch Esel müssen einmal jährlich gegen Wundstarrkrampf und Pferdegrippe geimpft werden. Zudem ist zwei bis drei Mal pro Jahr eine Wurmkur fällig. Um einen starken Wurmbefall zu verhindern, müssen nicht nur Stall und Auslauf, sondern auch die Weide regelmässig gepflegt werden: Stall und Auslauf jeden Tag, die Wiese mindestens jede Woche (je nach Grösse resp. Kleinheit öfter). Der Esel ist mit ca. sieben Jahren ausgewachsen. Es empfiehlt sich, mit dem Esel erst ab 4-jährig zu arbeiten. Bei Spass und spielerischer Erziehung sind aber schon Jungtiere mit wachsender Begeisterung dabei! Es ist selbstverständlich, dass nur gesunde und erwachsene Tiere Höchstlast tragen können. Außer der Größe des Esels muss man dabei auch seine Knochenstärke berücksichtigen. Als Anhaltspunkt dient folgende Aufstellung:
Traglast
Zuglast Beim Tragen, wie beim Ziehen ist eine gute, optimal passende Ausrüstung die Voraussetzung.
Weitere Informationen
Zum Schluss noch ein paar Fundstücke aus dem Internet (natürlich nur die netten...)
Ein Esel fällt an gleicher Stelle nicht zweimal.
Das Pferd der Hoffnung
galoppiert,
Ein Perd tritt und
schaut, Halsstarrigkeit und Verbohrtheit ist der sicherste Beweis von Dummheit. Gibt es ein Geschöpf, das so sicher, entschieden sich selbst vertrauend, feierlich und ernsthaft wäre wie der Esel? (Michel de Montaigne, 1533 - 1592)
Es stand vor eines
Hauses Tor, "Esel sind nicht störrischer als Pferde. Sie geben dir nur mehr Zeit zu überlegen, was du falsch gemacht hast."
Als Josef mit Maria auf
dem Weg nach Bethlehem war, rief ein Engel die Tiere heimlich zusammen,
um einige auszuwählen, der Heiligen Familie im Stalle zu helfen. Als
Erster meldete sich natürlich der Löwe: "Nur ein König ist würdig, dem
Herrn der Welt zu dienen", brüllte er, "ich werde jeden zerreißen, der
dem Kinde zu nahe kommt!" |